Dr. Herbert Stepp

 

Ich bin am 6. Juni 1958 geboren, also 67 Jahre alt, lebe mit Frau Karin seit 1987 in einer DHH hinter dem Feodor-Lynen-Gymnasium. Wir haben zwei Kinder, Willi und Klara.
1984 habe ich mein Physik-Studium an der TU München abgeschlossen, später dann an der Medizinischen Fakultät zum Humanbiologen promoviert. Ich arbeitete als wissenschaftlicher Angestellter am Klinikum Großhadern, als Gruppenleiter in der klinischen Forschung. Mein Aufgabengebiet war die „Biophotonik", also die Entwicklung und Anwendung von neuen optischen Methoden für Diagnostik und Therapie. So war ich maßgeblich beteiligt an der Entwicklung des Verfahrens der Fluoreszenzdiagnostik von Harnblasenkarzinomen und bösartigen Gehirntumoren, die seit 2005 bzw. 2007 nun klinisch zugelassen sind. Zuletzt forschte ich u.a. an einem Verfahren zur nichtinvasiven Detektion von Eisenmangel. Auch für die Entwicklung eines neuen Verfahrens zur Therapie bösartiger Gehirntumore war ich maßgeblich mit verantwortlich.

 

Neben meinen kommunalpolitischen Interessen (von 2002 bis 2020 war ich Gemeinderat) widmete ich mich ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen: der BIKG e.V. , dem Grünzugnetzwerk Würmtal e.V. (Vorsitzender 2019 bis 2025), den Würmtaler innovative Energien (WIE e.V.) und dem Verein "Gedenken im Würmtal e.V.". Leider nur selten kann ich daher meine Mitgliedschaft bei den Naturfreunden Würmtal in aktive Freizeit und Erholung umsetzen. Liegt auch an einem Zweitwohnsitz im Pinzgau. Dort suche und finde ich Erholung im Sommer beim Bergwandern, Mountain-Biking, Schwammerlsuchen, Beerenbrocken und Baden, im Winter beim Skifahren. Wenn es am Haus etwas zu erneuern gibt, mache ich das in aller Regel selbst.

 

Für Folgendes stehe ich politisch ein:

 

Mein übergeordnetes Leitbild ist eine nachhaltige Gemeindepolitik. Nachhaltig im Sinne der Agenda 21 von Rio: gleichwertige Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Belange. Wie bei der "Agenda 21" steht das "21" der "Gruppe 21" für das 21. Jahrhundert, in dem sich entscheidet, ob die Menschheit Klimawandel und Artensterben (und Meeresverschmutzung und Rohstoffverbrauch) auf ein verträgliches Maß begrenzen kann oder nicht.

 

Was heißt das konkret für Planegg? Nun, angesichts bereits reichlich vorhandener Gewerbeflächen und inzwischen schon mehr Beschäftigten als Einwohnern (Student*innen gar nicht mitgezählt): hier keine neuen Gewerbeflächen, dafür aber ein intensives Kümmern um die Belange der Gewerbetreibenden, solange das mit den Flächen-Ressourcen Planeggs möglich ist: ein zentrales Raummanagement anbieten, Infrastruktur aufbessern. Wir leben so gut von der Gewerbesteuer, da muss auch was im Sinne der „Leichtigkeit des Gewerbetreibens" was zurückfließen. Z.B. eine für Gewerbetreibende, Forscher, Studenten und natürlich zuvorderst die Anwohner attraktives Ortszentrum Martinsried. Da ist in der letzten Wahlperiode Gott sei Dank (auf unsere Initiative hin!) schon Einiges passiert. Leider etwas massiver, als es unseren Vorstellungen entsprach.w

 

Es gibt auch ein großes Projekt in Planegg, nämlich am Bahnhof. Auch hier konnten wir in den letzten Jahren ein paar wichtige Pflöcke in der Planung verankern: maßvollere Bebauung als ursprünglich geplant, Blickbeziehung zwischen Bahnsteig und Bahnhofstraße bleibt erhalten, nur wenige Einzelhandelsflächen dürften realisiert werden. An der Gestaltung hat sich in der letzten Wahlperiode, in der ich nicht Gemeinderat war, Grundsätzliches geändert. Leider so, wie es mir nach derzeitigem Stand nicht gefällt: die Busse sollen wieder entlang der Bahnhofstraße halten, eine großzügige Platzsituation wird sich wohl nicht einstellen und die Zusammenarbeit mit Krailling lässt ehr zu wünschen übrig, so scheint weiterhin die Verkehrsanbindung von Wohnungen südlich des Bahnhofsplatzes ungeklärt.

 

Ein kritisches Thema sind die Biotechnologieunternehmen, von denen die ersten jetzt Gewerbesteuer zahlen, gleichzeitig aber neue Flächen benötigen. Ich würde gerne alle halten, aber neue Flächen oder allzu heftige Nachverdichtung finde ich nicht gut. Ich kann nicht ausschließen, dass sich da in einem oder dem anderen Fall kein Kompromiss finden lässt. Das würde dann heißen, bevor wir uns „verrenken", in geschützte Grünflächen eingreifen, damit die Lebensqualität hier Stück für Stück reduzieren, müssen wir vielleicht den ersten Platz suchenden Betrieb gehen lassen, haben dafür Luft für den zweiten nachwachsenden Betrieb.

 

Von zentraler Bedeutung ist für mich das Thema Energie. Die Gemeinde hat sich der Energievision des Landkreises angeschlossen, d.h. bis zum Jahr 2050 soll der Verbrauch auf 40% von heute sinken und der Rest vollständig regenerativ gedeckt werden. Um das zu erreichen, sind viele gute Ideen und Investitionen in innovative Technologien notwendig. Stichworte Geothermie, Windenergie, verstärkte Anstrengungen in Wärmedämmung von Gebäuden und Solartechnologie. Wahrscheinlich müssen wir auch andernorts in Kraftwerken investieren, um unsere Bilanz hinzukriegen. Sorge bereiten mir die Pläne des Max-Planck-Instituts, ein überregionales Rechenzentrum am Standort Martinsried zu errichten. Es sollen etwa ein Drittel der ca. 80 deutschen MPI-Standorte mit Rechenleistung versorgt werden. Mit der Rechenleistung habe ich dabei überhaupt kein Problem, wohl aber mit der anfallenden Wärmeleistung. Die ist nämlich enorm. Mitten in einer Frischluftschneise gelegen wird die Abwärme im Sommer jedweden Strom kühler Waldluft unterbrechen. Es sei denn, sie wird in ein Wärmenetz eingespeist. Dieses müsste aber sehr groß sein, also zum Beispiel das Fernwärmenetz der Stadt München. Oder sie wird gespeichert für den Winter, in einem großen, sogenannten saisonalen  Erdbeckenwärmespeicher. Beides ist derzeit nicht erkennbar. Von Seiten des Grünzug-Netzwerk Würmtal e.V. haben wir Kontakt mit allen Verantwortlichen in dieser Angelegenheit aufgenommen, leider ohne ein schlüssiges Konzept präsentiert zu bekommen. Das Einzige, was wir bisher erreichen konnten, ist eine Verschiebung des Gebäudes von mitten im Regionalen Grünzug an dessen Rand. Das reicht aber natürlich nicht, denn die von den Kühlaggregaten abgegebene Wärme behindert Kaltluftströme über mehrere hundert Meter Durchmesser. Wenn es dann nicht schon zu spät ist, werde ich mich dafür einsetzen, dass der Schaden fürs regionale Klima minimiert wird und vor allem mehr Transparenz in diese Angelegenheit gebracht wird. Wie überhaupt in die Energieversorgung Planeggs. Jedenfalls brauchen wir gute Berater und Innovationsfreude. Das ist möglich in Planegg, denn erstens haben wir die Finanzkraft und zweitens war der Gemeinderat dem Thema regenerative Energien gegenüber immer offen.

 

Eng mit dem Energiethema verknüpft ist das Thema Mobilität. Da müssen wir jetzt auch endlich was hinkriegen. Die Geschichte mit dem Mobilitätsmanagement war am Ende vielleicht zu kostspielig, aber mit den Aktivitäten der Initiative "Würmtal das Radltal" wurden laufend Verbesserungsvorschläge erarbeitet, die aber endlich umgesetzt werden müssten. Das geht mir entschieden zu langsam voran, ich würde gerne den Prozess deutlich beschleunigen. Leider hat sich der Gemeinderat gegen einen "Durchstich" von der Röntgen- in die Fraunhoferstraße in Martinsried entschieden. Eine leistungsfähige Umweltverbundachse, wie in der Ortsmittenplanung vorgesehen, ist damit kaum mehr möglich. Meine Vision, das Trambahnkonzept umzusetzen, ist damit in weite Ferne gerückt. Wir werden es schwer haben, die Belastungen des motorisierten Individualverkehrs zu reduzieren. Was wir aktiv unterstützen können: die Stadt München überplant derzeit den Landschaftspark West, unter anderem mit einem neuen Wegekonzept. Hier könnten gemeindeübergreifende Rad-Fußwege entstehen. Dazu sollten wir das Regionalmanagement München-Südwest (www.rmmsw.de) wieder ertüchtigen, das die notwendige Koordinationsarbeit übernehmen könnte. 

 

Sehr am Herzen liegen mir die Grünzüge. Ich wohne ja am Anfang des Lichtwegs. Das ist meines Erachtens das schönste Stück Planegg. Am Lichtwegweiher quirlt das Leben jedenfalls wesentlich heftiger als am Marktplatz, wenn auch im „Miniformat". Leider hat die Pflege des Lichtwegweihers in den letzten beiden Jahren arg nachgelassen, da muss dringend was getan werden. Den Erhalt und die Aufwertung der Grünzüge schreibe ich ganz groß. Deshalb bin ich auch Gründungsmitglied im Grünzug-Netzwerk Würmtal e.V., von 2019 bis 2025 auch als dessen Vorsitzender. Unter anderem haben wir, vereint mit dem Bund Naturschutz, weiteren Bannwaldeingriff für Kiesabbau vorläufig unterbunden. Bitte lesen Sie weitere Details auf www.gruenzugnetzwerk.de

 

Das ist der Unterschied zwischen Stadt und Umland: Siedlungsinseln im vernetzten Grün vorzufinden. Wenn wir diesen Status nicht halten, verlieren wir nicht nur Lebensqualität, sondern können uns gleich von München eingemeinden lassen. Aber der Druck auf die Flächen (Gewerbe/Wohnen) ist groß und wird noch zunehmen.

 

Zum Schluss möchte ich noch einmal die Nachhaltigkeit zurückkommen. Die kann man nur verfolgen, wenn man nicht nur kurzfristige Ziele im Auge hat, sondern mittelfristige Pläne und ein langfristiges Leitbild entwickelt hat. Wir, die Gruppe 21 / Volt meint das ernst. Das zeigt sich u.a. in unseren schriftlichen Anträgen, die alle am Ende einen Passus enthalten, der sich mit positiven und negativen Aspekten der Nachhaltigkeit einer Einzelmaßnahme beschäftigt. Die Einrichtung eines Büros zum gemeindeübergreifenden Raumordnerischen Entwicklungskonzept (ROEK), die Bürgerwerkstatt im Jahre 2015 und die daraus abzuleitende Neufassung des Flächennutzungsplans unserer Gemeinde gehen maßgeblich auf die Initiative der Grünen Gruppe 21 zurück.

  

Ihr Herbert Stepp, [email protected] 

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